Auswirkungen der "Fake News" Debatte auf Beraterreferenzen

November 15, 2017

 

Die Debatte um Fake News ist spätestens seit der US Wahl in aller Munde. Falsche Behauptungen, verzehrte Darstellungen der Wahrheit sowie mangelnde Belegung der Behauptungen durch Fakten zeichnen die Verwendung von Fake News aus. Ein Vertrauensverlust - insbesondere für den Journalismus - ist die Folge. Als Berater arbeiten wir eigentlich gar nicht so unterschiedlich. Wir geben ein Wert- und Lieferversprechen und versuchen das Vertrauen des potentiellen Kunden durch Referenzen als Beweis zu erhöhen, so daß er unsere Leistungen kauft.

 

Die Branche geht leider recht unkreativ mit diesem wichtigen Vertrauensmechanismus um.  Ich folge regelmäßig den Trend One Veröffentlichungen und halte diese in Sachen Strategic Foresight für eine der besten freien Quellen in Deutschland. Gerade wurden die "Top Trends 2018" veröffentlicht. Ganz oben auf der Trendliste das Thema "Trusted Content". Trend One gibt zu seinen Trends auch immer Implikationen für ausgewählte Branchen an. 


Ich möchte hier die Debatte um den Trend "Trusted Content" um die Branchenimplikationen für die Beratungsbranche erweitern. In Zeiten in den mit der (Schein-) Wahrheit immer leichter umgegangen wird, müssen sich auch Berater dem Trend seriöser Journalisten folgen und ihrem Wertversprechen einen möglichst unabhängigen Beweis folgen lassen:

 

Trust Lending durch "Beweisführung" mittels unabhängiger Dritter. Laßt Dritte unabhängig von Euch über Eure Qualitäten sprechen. Achtet auf eine möglichst große Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit Eurer Referenzgeber. Weg von der selbsterstellten Projektreferenz hin zu Live Testimonials. Seid kreativ - die Digitalisierung bietet heute Möglichkeiten die noch vor einigen Jahren unvorstellbar sind. Jeder von uns hat mit seinem Smartphone ein kleines Fernsehstudio in der Tasche. Vermittelt unmittelbare Live Events, arbeitet so auch an Eurer persönlichen Social Media Reputation. Ich lege Euch dazu "Mobile Journalism" als ein von Beratern wenig beachteter aber aus meiner Sicht sehr spannender Trend ans Herz.


Trustful Effect Experience heißt für mich, referenziert nicht auf die Lösung die in den Projekten erarbeitet wurde, sondern fokussiert Eure Beweisführung auf den durch Eurer Projekt geschaffenen ökonomischen Mehrwert für das beauftragende Unternehmen und den sozialen Mehrwert für Euren Auftraggebern (Anerkennung, Karriereentwicklung etc.). Das setzt natürlich voraus, dass Ihr mit Eurem Kunden auch nach Projektende eine vertrauensvolle Beziehung pflegt und ggf. gemeinsam eine Nachbetrachtung und Wirkungsanalyse durchführt. Wer weiß, vielleicht ergeben sich daraus ja nicht nur wahre Mehrwert-Referenzen sondern auch neue Projektansätze.

 

ZDF Proving folgt schon fast zwangsläufig aus der Trustful Effect Experience. Schildert Eure Projekterfolge nicht nur mit Worten - belegt Euren Mehrwert mit Zahlen - Daten - Fakten: ZDF halt. 

 

Und vielleicht auch eine Vertrauensquelle - bekennt Euch zu Eurem "Nichtwissen". Fake News sind einer der Auswüchse der Digitalisierung und der damit abnehmenden Auseinandersetzungsbereitschaft mit dem Wahrheitsgehalt von Quellen, schlicht ein Abstumpfungsprozess. Die Digitalisierung führt zu einer "Everything Allways Available" Situation. Wissen explodiert, Nichtwissen wird immer mehr zur Realität.

 

Mir ist da immer die IBM CEO Studie von 2010 im Gedächtnis: "Today’s complexity is only expected to rise, and more than half of CEOs doubt their ability to manage it." Wenn Eure obersten Auftraggeber offen diese Zweifel artikulieren, dann machen diese Zweifel Euch frei und gelassen. Geht mutig mit "Nichtwissen" um, erliegt nicht der Versuchung dies durch Intransparenz zu vertuschen, benennt Eure Begrenzungen. Nur so entsteht Raum für freies kreatives Denken. Eure Kunden werden Euch genau dafür vertrauen und schätzen.

 

 

 

 

 

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